Befähigte Person werden Sie, wenn Berufsausbildung, Berufserfahrung und aktuelle Tätigkeit zum Arbeitsmittel passen und Sie die Fachkunde für die Prüfung erwerben, zum Beispiel in unseren Online-Kursen. Für jedes der acht häufigsten Arbeitsmittel gibt es einen eigenen Kurs mit Abschlusstest und Zertifikat, ab 275 €. Danach beauftragt der Arbeitgeber Sie schriftlich, und Sie führen die UVV-Prüfungen im Betrieb selbst durch.
Befähigte Person werden: Was Sie dafür mitbringen
Befähigte Person ist kein Titel, den man mit einer einzelnen Prüfung erwirbt, sondern eine Rolle im Betrieb. Die Betriebssicherheitsverordnung verlangt, dass Arbeitsmittel wie Leitern, Regale, Stapler oder Krane regelmäßig von einer zur Prüfung befähigten Person geprüft werden. Wer diese Aufgabe übernehmen möchte, braucht nach der TRBS 1203 drei Dinge: eine passende Berufsausbildung, Berufserfahrung mit dem Arbeitsmittel und eine zeitnahe berufliche Tätigkeit in diesem Bereich. Dazu kommt die Fachkunde für die Prüfung selbst, also Wissen über Regelwerke, Prüfpunkte, die Bewertung von Mängeln und die Dokumentation.
Genau diese Fachkunde vermitteln unsere Online-Kurse. Sie ersetzen nicht die Praxis, sondern bauen auf ihr auf. Ein Kfz-Mechatroniker mit fünf Jahren Werkstatterfahrung bringt zum Beispiel das Fundament für die Prüfung von Hebebühnen mit. Im Kurs lernt er, worauf es bei der jährlichen Prüfung nach DGUV Grundsatz 308-002 ankommt, und schließt mit einem Zertifikat ab. Befähigte Person für seinen Betrieb ist er, sobald sein Arbeitgeber ihn schriftlich für diese Prüfungen beauftragt. Ob Sie oder Ihre Mitarbeiter die Anforderungen erfüllen, klären Sie in wenigen Minuten mit dem Selbstcheck auf unserer Seite zu den Voraussetzungen für befähigte Personen. Was eine befähigte Person rechtlich ist und wie sie sich vom Sachverständigen unterscheidet, erklärt die Übersicht zur befähigten Person.
Welche Arbeitsmittel wollen Sie selbst prüfen?
Die Befähigung gilt immer für bestimmte Arbeitsmittel. Deshalb gibt es für jeden Prüfbereich einen eigenen Kurs mit eigener Abschlussprüfung. Wählen Sie den Bereich, der in Ihrem Betrieb ansteht. Auf den Themenseiten finden Sie Prüffristen, Prüfpunkte und die Kosten externer Prüfdienste, von dort geht es direkt zum passenden Kurs.
Viele Betriebe brauchen mehr als einen Bereich: Im Lager stehen Regale, Stapler und Leitern nebeneinander, in der Werkstatt Hebebühnen und Firmenwagen. Welche Kombination zu Ihnen passt, zeigt der Kurs-Finder mit einer Schnellwahl nach Branche.
UVV-Prüfer im eigenen Betrieb: Was sich ändert
Im Alltag heißen befähigte Personen meist UVV-Prüfer, weil viele Prüfungen in den Unfallverhütungsvorschriften der DGUV geregelt sind. Ob Stapler nach DGUV Vorschrift 68, Firmenwagen nach DGUV Vorschrift 70 oder Krane nach DGUV Vorschrift 52: Die jährliche UVV-Prüfung darf auch ein eigener Mitarbeiter übernehmen, wenn er die Anforderungen an eine befähigte Person erfüllt. Viele Betriebe wissen das nicht und beauftragen Jahr für Jahr externe Prüfdienste, oft mehrere nebeneinander.
Mit einem eigenen UVV-Prüfer ändert sich dreierlei. Die Kosten sinken, weil nur noch Arbeitszeit anfällt statt Rechnungen je Gerät und Anfahrt. Die Termine richten sich nach Ihrem Betrieb und nicht nach dem Kalender des Dienstleisters. Und nach einem Schaden, etwa einem Anprall an ein Regal oder einem Defekt an der Hebebühne, entscheidet jemand sofort vor Ort, ob weitergearbeitet werden darf. Dafür übernimmt der Betrieb auch Verantwortung: Die Prüfungen müssen fachgerecht durchgeführt und dokumentiert werden. Wann das zulässig ist und wo die Grenzen liegen, erklärt unsere Seite UVV-Prüfung selbst durchführen.
Ein Beispiel aus einer Kfz-Werkstatt mit vier Hebebühnen, zwölf Servicefahrzeugen und 20 Leitern zeigt, was das in Zahlen bedeutet:
Externe Prüfdienste
- Hebebühnen, Fahrzeuge, Leitern
- mehrere Dienstleister und Termine
- jedes Jahr erneut
- Wartezeit bei Schäden
Eigener UVV-Prüfer
- drei Online-Kurse
- plus ca. 16 Std. Prüfzeit im Jahr
- Prüfungen nach eigenem Plan
- sofortige Bewertung nach Schäden
Rechenbeispiel mit Richtwerten aus veröffentlichten Preisangaben. Kurspreise: reguläre Preise pro Teilnehmer.
Rechnet man die Arbeitszeit des eigenen Prüfers mit rund 650 € pro Jahr ein, spart die Werkstatt etwa 1.400 € jährlich. Die drei Kurse haben sich nach rund elf Monaten bezahlt gemacht, in drei Jahren bleiben knapp 3.000 € übrig.
Wie viel spart eine eigene befähigte Person bei Ihnen?
Jeder Betrieb ist anders. Wie viel Sie mit einem eigenen Prüfer sparen, hängt vor allem von der Zahl Ihrer Arbeitsmittel ab. Bei zehn Leitern fällt die Ersparnis klein aus, bei 250 Regalfeldern oder vier Hebebühnen deutlich größer. Der Schnellrechner gibt Ihnen einen ersten Anhaltspunkt auf Basis typischer Preise externer Prüfdienste und der internen Prüfzeit. Für eine genaue Rechnung mit Ihren eigenen Angeboten, Prüfintervallen und Stundensätzen öffnen Sie den ausführlichen Kostenrechner. Er zeigt auch offen an, wenn sich ein Kurs bei kleinem Bestand nicht lohnt. Der Schnellrechner geht von einer Prüfung pro Jahr und einem internen Stundensatz von 40 € aus.
In drei Schritten zur befähigten Person
Der Weg ist kürzer, als viele denken. Die meisten Betriebe haben die passende Person bereits im Team, es fehlt nur die Fachkunde für die Prüfung und die formale Beauftragung.
1. Die richtige Person auswählen
Am besten eignet sich, wer die Arbeitsmittel ohnehin täglich im Blick hat: der Lagerleiter für Regale und Stapler, der Werkstattmeister für Hebebühnen und Fahrzeuge, der Instandhalter für Krane und Kettenzüge. Entscheidend sind eine passende Berufsausbildung und aktuelle Praxis mit genau diesen Geräten.
2. Online-Kurs belegen und Test bestehen
Die Anmeldung dauert wenige Minuten, danach startet der Kurs sofort. Der Teilnehmer lernt im eigenen Tempo, am Arbeitsplatz oder zu Hause, und legt am Ende einen Online-Test ab. Nach bestandener Prüfung steht das Zertifikat bereit. Bezahlt wird bequem per Rechnung.
3. Schriftlich beauftragen und loslegen
Der Arbeitgeber beauftragt die Person schriftlich für die Arbeitsmittel, die sie prüfen soll, und legt die Prüffristen fest. Ab dann prüft Ihr eigener UVV-Prüfer, dokumentiert die Ergebnisse und hält sein Wissen durch regelmäßige Auffrischung aktuell. Eine Vorlage finden Sie unter Beauftragung der befähigten Person.
Für welche Betriebe eignen sich unsere Kurse?
Befähigte Personen werden überall gebraucht, wo Arbeitsmittel regelmäßig geprüft werden müssen. Besonders häufig qualifizieren sich Fachkräfte aus diesen Branchen:
| Branche | Typischer Prüfer | Passende Kurse |
|---|---|---|
| Lager & Logistik | Lagerleiter, Fachkraft für Lagerlogistik mit Technikbezug | Regale, Stapler, Leitern |
| Kfz-Werkstatt | Werkstattmeister, Kfz-Mechatroniker | Hebebühnen, Fahrzeuge, Leitern |
| Stahl- & Metallbau | Instandhalter, Industriemechaniker | Krane, Anschlagmittel, Winden |
| Handwerk & Facility | Meister, Haustechniker | Leitern, Fahrzeuge |
| Veranstaltungstechnik | Rigger, Fachkraft für Veranstaltungstechnik | Winden, Anschlagmittel |
Die passenden Kurse für Ihre Branche wählt der Kurs-Finder mit einem Klick vor. Welche Prüfaufgaben in den einzelnen Branchen typisch sind, erklären wir unter Befähigte Person nach Branche. Auch Kommunen, Schulen und Kliniken mit eigener Haustechnik profitieren, denn Leitern, Tritte und Dienstfahrzeuge müssen dort genauso regelmäßig geprüft werden wie in der Industrie.
Kurse zur befähigten Person: Preise im Überblick
Alle Kurse laufen vollständig online auf unserer Lernplattform. Sie starten sofort nach der Anmeldung, haben 52 Wochen Zugang und schließen mit einem Online-Test und Zertifikat ab. Die Preise gelten pro Teilnehmer, bezahlt wird per Rechnung. Wer mehrere Kurse belegt, zahlt die Summe der Einzelpreise, Pflichtpakete gibt es nicht.
| Kurs | Lernzeit | Abschlusstest | Preis | |
|---|---|---|---|---|
| Leitern & Tritte | ca. 3 Std. | 20 Fragen, 20 Min. | 275 € | Anmelden |
| Winden & Hubgeräte | ca. 4 Std. | 15 Fragen, 15 Min. | 330 € | Anmelden |
| Anschlagmittel | ca. 3 Std. | 20 Fragen, 20 Min. | 345 € | Anmelden |
| Regale | ca. 3 Std. | 20 Fragen, 25 Min. | 400 € | Anmelden |
| Fahrzeuge | ca. 3 Std. | 35 Fragen, 45 Min. | 420 € | Anmelden |
| Stapler | ca. 3 Std. | 20 Fragen, 20 Min. | 525 € | Anmelden |
| Hebebühnen | ca. 3 Std. | 35 Fragen, 45 Min. | 550 € | Anmelden |
| Krane | ca. 3 Std. | 20 Fragen, 20 Min. | 620 € | Anmelden |
Einen ausführlichen Vergleich mit Inhalten und sinnvollen Kombinationen finden Sie unter Kurse und Preise. Ob eine Online-Schulung für die Qualifikation genügt, beantwortet unser Beitrag Ist eine Online-Schulung anerkannt?
Wer steht hinter den Kursen?
Die Kurse stammen von Junge Kranausbildung aus Gummersbach. Seit 2016 schulen wir Fachkräfte rund um Krane und das sichere Heben von Lasten. Aus dieser Praxis kennen wir die Fragen, die Betriebe bei der Prüfung ihrer Arbeitsmittel wirklich haben: Wer darf prüfen? Was muss dokumentiert werden? Wann muss ein Gerät sofort aus dem Betrieb genommen werden? Diese Erfahrung steckt in allen acht Online-Kursen.
Alle Inhalte auf dieser Website und in den Kursen prüft Dominik Junge fachlich. Wir erklären die Regeln so, wie sie in der Betriebssicherheitsverordnung, den Technischen Regeln und den DGUV-Vorschriften stehen, und sagen offen, wo ein Kurs allein nicht reicht. Mehr über uns und unsere Arbeitsweise erfahren Sie unter Über uns. Bei Fragen zu einem Kurs erreichen Sie uns während der Geschäftszeiten per E-Mail oder Telefon.
Wissen rund um die befähigte Person
Sie möchten tiefer einsteigen? Die wichtigsten Grundlagen haben wir auf eigenen Seiten zusammengefasst. Die TRBS 1203 einfach erklärt zeigt, welche Anforderungen die Technische Regel an Prüfer stellt. Den Unterschied zwischen den Begriffen klärt Sachkundiger oder Sachverständiger. Wer die Verantwortung trägt, wenn bei einer Prüfung etwas übersehen wird, lesen Sie unter Haftung der befähigten Person. Und wie der Weg für Fachkräfte aussieht, die sich beruflich in diese Richtung entwickeln möchten, beschreibt UVV-Prüfer werden. Alle Fristen auf einen Blick zeigt die Übersicht der Prüffristen für Arbeitsmittel.
Häufige Fragen zu den Kursen
Wie schnell kann ich befähigte Person werden?
Die Fachkunde erwerben Sie in unseren Online-Kursen mit etwa drei bis vier Stunden Lernzeit, verteilt auf so viele Tage, wie Sie möchten. Voraussetzung ist, dass Berufsausbildung, Berufserfahrung und aktuelle Tätigkeit bereits passen, denn diese lassen sich nicht abkürzen. Sobald Sie den Abschlusstest bestanden haben und Ihr Arbeitgeber Sie schriftlich beauftragt, können Sie mit den Prüfungen beginnen.
Kann ich mich auch als Einzelperson anmelden?
Ja. Die Kurse stehen Unternehmen und Einzelpersonen offen. Viele Fachkräfte belegen einen Kurs auf eigene Initiative, etwa um sich im Betrieb für die Rolle des UVV-Prüfers zu empfehlen oder sich beruflich weiterzuentwickeln. Beachten Sie aber: Befähigte Person für die Prüfungen in einem Betrieb werden Sie erst durch die Beauftragung des Arbeitgebers. Das Zertifikat belegt Ihre Fachkunde.
Wie läuft ein Online-Kurs ab?
Nach der Anmeldung auf unserer Lernplattform starten Sie sofort. Der Kurs besteht aus Lerneinheiten zu Regelwerken, Prüfpunkten, Mängelbewertung und Dokumentation. Sie lernen im eigenen Tempo und können jederzeit unterbrechen, der Zugang gilt 52 Wochen. Am Ende steht ein Online-Test mit 15 bis 35 Fragen, je nach Kurs. Nach dem Bestehen erhalten Sie Ihr Zertifikat.
Reicht ein Kurs für alle Arbeitsmittel?
Nein. Die Befähigung gilt immer für bestimmte Arbeitsmittel, weil sich Regelwerke, Prüfpunkte und typische Mängel stark unterscheiden. Wer Regale prüft, braucht anderes Wissen als jemand, der Krane prüft. Deshalb gibt es acht einzelne Kurse. Eine Person kann aber mehrere Kurse belegen und dann für mehrere Bereiche beauftragt werden, was in der Praxis häufig vorkommt.
Muss die Qualifikation aufgefrischt werden?
Ja, regelmäßig. Die TRBS 1203 verlangt, dass befähigte Personen ihr Wissen auf dem Stand der Technik halten. Regelwerke ändern sich, und neue Gerätetypen kommen hinzu. In vielen Bereichen ist eine Auffrischung spätestens alle drei Jahre üblich. Wichtig ist außerdem die laufende Praxis: Wer lange nicht mehr mit den Arbeitsmitteln arbeitet, verliert die Voraussetzung der zeitnahen Tätigkeit.
Was, wenn niemand im Betrieb die Voraussetzungen erfüllt?
Dann bleibt der externe Prüfdienst die richtige Lösung, zumindest vorerst. Ein Kurs kann fehlende Berufserfahrung nicht ersetzen. Oft lohnt sich aber ein zweiter Blick: Häufig erfüllt ein Mitarbeiter die Anforderungen, an den zunächst niemand gedacht hat, zum Beispiel ein Schlosser in der Instandhaltung oder eine Kfz-Mechatronikerin im Fuhrpark. Unser Selbstcheck hilft bei der Einschätzung.